Schüler Union steht Warnstreiks angestellter Lehrer kritisch gegenüber

Schüler Union steht Warnstreiks angestellter Lehrer kritisch gegenüber

Heute legten in mehreren Bundesländern angestellte Lehrer die Arbeit nieder und traten in den von der GEW angekündigten Warnstreik. Insgesamt sind ca. 200 000 der deutschen Lehrer in einem Angestelltenverhältnis, was in etwa einem Fünftel der gesamten Lehrerschaft entspricht. Das bedeutet, dass es in einigen Schulen zu wesentlichen Unterrichtsausfällen kam. Hierbei gab es jedoch erhebliche regionale Unterschiede, denn in Westdeutschland sind nur 5 bis 30 % der Lehrer angestellt, wohingegen es in Ostdeutschland teilweise bis zu 80% sind.

Die Schüler Union Deutschlands kritisiert den Streik heftig. Tarifverhandlungen dürfen nicht auf dem Rücken von Schülern ausgetragen werden, die vor allem in der Abiturvorbereitungsphase auf einen reibungslosen Unterrichtsablauf angewiesen sind. Außerdem ist es durch die gesetzlich verankerte Schulpflicht die Pflicht des Staates, den Schülern die Verlässlichkeit des Schulpersonals zu gewährleisten. „Die streikenden Lehrer handeln an sich nicht unrecht, Streik ist immerhin ein anerkanntes Mittel in Tarifverhandlungen“, so Niklas Uhl, Bundesvorsitzender der Schüler Union Deutschlands. „Allerdings müssen sie bedenken, wer die Leidtragenden sind. Es ist verständlich, dass die Lehrer gegen die herrschende ,Zwei-Klassen-Gesellschaft’ in ihrem Beruf, die zwischen Beamten und Angestellten besteht, vorgehen wollen. Das ist auch wichtig auf lange Sicht, denn der Lehrberuf muss attraktiver gestaltet werden, wenn man künftig einen Lehrermangel abwenden möchte. Hätte man sich der Problematik jedoch früh genug gestellt, so wäre ein Warnstreik angestellter Lehrer gänzlich überflüssig gewesen.“

Schon seit Jahren herrscht im schulpolitischen Bereich die Debatte, in welchem Verhältnis man Lehrer anstellen sollte.  „Ob nun die Zukunft des Lehrberufs im Beamtentum oder im Angestelltenverhältnis liegt sei dahingestellt, denn beide Konzepte bieten Vor- und Nachteile. Das Wichtigste ist, dass die angeprangerten Ungerechtigkeiten so schnell wie möglich beseitigt werden und die Lehrer an die Schulen zurückkehren“, so Uhl abschließend.

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